{"id":19480,"date":"2022-03-07T22:00:34","date_gmt":"2022-03-07T21:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de?p=19480"},"modified":"2022-03-12T07:38:35","modified_gmt":"2022-03-12T06:38:35","slug":"die-cafta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de\/?p=19480","title":{"rendered":"Die &#8222;CAFTA&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column][vc_column_text]Aktuell (Stand 02\/2022) ist die Empore des Graf-Anton-G\u00fcnther-Forums der zentrale R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Oberstufensch\u00fcler*innen der GAG. Nicht nur, weil dieser Bereich als Teil des Forums immer wieder auch anderweitig genutzt wird oder bei Veranstaltungen im Forum ger\u00e4umt werden muss, kann er sich wohl nicht messen mit dem Oberstufenraum der Jahre 1981-1995, der als \u201eCAFTA\u201c in Sch\u00fcler- und Lehrerschaft ber\u00fchmt und ber\u00fcchtigt wurde. Der folgende Text mit dem Titel \u201eDamm 38: Welcome to the Jungle \u2013 Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr innerschulische Schutzr\u00e4ume\u201c erschien in der GAG-Jubil\u00e4umsfestschrift von 1997 und verdeutlicht aus der Perspektive einer Abiturientin von 1994 den Stellenwert der Cafta f\u00fcr fr\u00fchere Generationen von GAG-Sch\u00fcler*innen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eKlar, denk\u2019 ich an ABI, denk\u2019 ich an Cafta. Der Geruch von Kaffee, vertrautes Stimmengewirr in der Luft, jahrgangsweise wechselnde Kultplakate an den W\u00e4nden (bei mir waren es Else Kling und die Maus mit dem Elefanten), Knatschmusik aus dem klapprigen Kassettenrecorder (ebenfalls mit hohem Kultfaktor) und h\u00f6chst vertrautes Mobiliar, das sich, aus dem elterlichen Wohnzimmer gerade noch vor dem Sperrm\u00fcll gerettet, hier sein Gnadenbrot verdient.<\/p>\n<p>Die Cafta war das erste Extra des Tages, wenn ich vor dem Unterricht noch reichlich verschlafen, trotz obligatorischen Zeitmangels, noch schnell die Nase durch die T\u00fcr steckte, um ein kurzes \u201eMooiinn\u201c in die Runde zu werfen und das Neueste vom Tage zu h\u00f6ren, denn der Informationsfaktor war in allen Belangen (schulischen wie au\u00dferschulischen) geradezu atemberaubend, was allgemein sehr praktisch, gelegentlich aber fatal war.<\/p>\n<p>Cafta \u2013 das ist gemeinsame Entspannung und Panik, Gem\u00fctlichkeit und Stre\u00df, Spa\u00df und Frust nach dem Motto \u201egeteiltes Leid entbehrt selten einer fr\u00f6hlichen Absurdit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Erstaunlich auch immer wieder die \u00fcberaus unterschiedlichen T\u00e4tigkeitsfelder, f\u00fcr die die Cafta offensichtlich Raum bot. Offizielle sowie inoffizielle Freistunden wurden gewissenhaft genutzt f\u00fcr das Abschreiben von Hausaufgaben (weil\u2019s da nicht so wackelt wie in Bus und Bahn), zur Vorbereitung von Klausuren oder zum Kr\u00e4ftetanken f\u00fcr das anstrengende AbiturientInnenleben (Tiefschlafphasen inklusive), aber auch f\u00fcr die Pflege von tiefen zwischenmenschlichen Kontakten (da\u00df es sich auf dem Chemieflur nicht besonders stimmungsvoll k\u00fcssen l\u00e4sst, ist wohl nicht schwer nachvollziehbar).<\/p>\n<p>Ja, und dann konnte man in der Cafta vor allem nat\u00fcrlich feiern. Eigentlich zu jeder Gelegenheit. Ob NULL oder F\u00fcnfzehn Punkte, Ferienbeginn, Geburtstage oder unerwarteter Unterrichtsausfall und nat\u00fcrlich alles, was irgendwie mit dem Abitur zu tun hat. Nicht zu vergessen, das allweihnachtliche, stets gut besuchte Ehemaligentreffen in verkl\u00e4rt schwelgenden Erinnerungen bis in die sp\u00e4te Nacht.<\/p>\n<p>Zugegeben, all das klingt bis jetzt zwar recht nett und sympathisch, aber f\u00fcr einen Aufenthaltsraum einer Oberstufe nicht besonders au\u00dfergew\u00f6hnlich. Dennoch haben die HerausgeberInnen dieser Schrift es f\u00fcr wichtig befunden, in Hinsicht auf ein Jubil\u00e4um wie dieses, der Cafta einen Platz einzur\u00e4umen. Ein bi\u00dfchen wundere ich mich dar\u00fcber, denn die Cafta wurde von Seiten einiger Unterrichtender gern als schulinternes \u201eSodom und Gomorrha\u201c gesehen.<\/p>\n<p>Umso mehr freue ich mich \u00fcber die Gelegenheit, ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr innerschulische Schutzr\u00e4ume halten zu k\u00f6nnen. Denn: Unsere Cafta war da etwas ganz Besonderes!<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude Damm 38, das denkmalgesch\u00fctzt bis 1996 den Oberstufenaufenthaltsraum der GAG beherbergte, hatte eine entscheidende Eigenschaft: Es lag au\u00dferhalb des Schulgeb\u00e4udes, war f\u00fcr Sch\u00fclerInnen der Sekundarstufe I offiziell und LehrerInnen inoffiziell unzug\u00e4nglich und wurde autonom von uns gestaltet und bewirtschaftet. Es war unser Haus, unser R\u00fcckzugsort und vor allem ein au\u00dferschulischer Ort schulischer Identifikation.<\/p>\n<p>Auf eine Landkreisschule wie das GAG zu gehen, bedeutet lange Wege: Freundschaften, die oft \u00fcber Strecken von Benthullen bis Hude, von W\u00fcsting bis Ahlhorn aufrechterhalten werden wollen, und lange Freistundenbl\u00f6cke, in denen man nicht mal schnell zum Essen nach Hause fahren kann. So war die Cafta, die oft bis in den sp\u00e4ten Nachmittag offen stand, auch ein Treffpunkt, der mit der Schule manchmal nur indirekt zu tun hatte. Das ist etwas, was unsere Cafta von Aufenthaltsr\u00e4umen anderer Schulen unterschied.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem braucht eine Schule wie das GAG einen Raum mit extremer Schmelztiegelfunktion. Egal, ob humanistische, naturwissenschaftliche oder musische Orientierung, ob AkademikerInnen- oder LandwirtInnenkinder, wer aus dem Landkreis kommt, hat keine Wahl zwischen speziell ausgerichteten Schulen, man geht eben aufs GAG. Um so verschiedene Menschen zu einer Schulgemeinschaft werden zu lassen, braucht es mehr als organisierte Klassenpartys und Sportfeste. Es braucht einen Raum, der einerseits in unl\u00f6sbarer Verbindung mit der Schule steht, und andererseits frei ist von deren direkter Einflu\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df aus diesen Gr\u00fcnden die CAFTA am Damm 38 viel, vielleicht mehr als LehrerInnen bewu\u00dft sein mag, zu einer (zumindest teilweise) positiven Identifikation mit der Schule beigetragen hat und es vielleicht sogar so etwas wie einen \u201eGAG-Spirit\u201c gibt.<\/p>\n<p>In diesem Sinne: ein Hoch auf vergangene Caftazeiten \u2013 und Party on!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Text 1 und Bilder: M. Schumacher mit Sch\u00fcler*innen des Seminarfachs &#8222;Schulgeschichte(n) erforschen&#8220; (2019-2021)<br \/>\nText 2: K. Bretschneider<\/em><em> (In: F. Binternagel \/ U. Keller-Cornelius \/ H.-J. Winzer [Red.]: 75 Jahre Graf-Anton-G\u00fcnther-Schule. 1922-1997. Festschrift. Oldenburg 1997, S. 111f.)<br \/>\n<\/em><\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Aktuell (Stand 02\/2022) ist die Empore des Graf-Anton-G\u00fcnther-Forums der zentrale R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Oberstufensch\u00fcler*innen der GAG. 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