{"id":8140,"date":"2017-06-14T17:54:12","date_gmt":"2017-06-14T15:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de?p=8140"},"modified":"2017-06-14T17:54:12","modified_gmt":"2017-06-14T15:54:12","slug":"auslandsjahr-201617-norwegen-von-liselotte-kehnscherper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de\/?p=8140","title":{"rendered":"Auslandsjahr 2016\/17 Norwegen &#8211; von Liselotte Kehnscherper"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin Lieselotte und seit dem 12. August 2016 verbringe ich nun mein Auslandsjahr in Norwegen, genauer gesagt in Koppang, einem kleinen, von Bergen umgebenen Ort in der \u201efylke\u201c Hedmark in Ostnorwegen.<\/p>\n<p>Hier in Norwegen wohne ich in einer norwegischen Gastfamilie. Ich habe eine Gastmutter, einen Gastvater, eine 10-j\u00e4hrige Gastschwester, einen Hund und eine Katze. Meine Gastfamilie ist mittlerweile f\u00fcr mich wie eine zweite Familie geworden.<\/p>\n<p>Obwohl ich in Deutschland erst in die 10. Klasse gehen w\u00fcrde, gehe ich hier in die 11. Klasse der Midt-\u00d8sterdal videreg\u00e5ende skole, dies ist die weiterf\u00fchrende Schule. In Norwegen gibt es einmal die Barneskole 1-7 Klasse (Grundschule), Ungdomskole 8-10 Klasse (Mittelschule) und die videreg\u00e5ende skole (weiterf\u00fchrende Schule) 11-13 Klasse. Auf der videreg\u00e5ende skole gibt es verschiedene Linien, die man w\u00e4hlen kann. Ich gehe in die Linie \u201eStudienspezialisierung\u201c, welche drei Jahre lang dauert. Dann gibt es aber auch noch verschiedene Berufslinien, z.B.: Elektro, Gesundheit, Kinder- und Jugendarbeit, etc.<\/p>\n<p>Die Berufslinien dauern zwei Jahre lang. Meine Schule ist sehr klein, wir haben knapp 100 Sch\u00fcler und in meiner Klasse sind wir gerade einmal 6 Sch\u00fcler. Dies war eine ganz neue, aber auch sehr interessante Erfahrung f\u00fcr mich. Das norwegische Schulsystem ist \u00fcberhaupt ganz anders als das deutsche. Alleine der Umgang zwischen Sch\u00fclern und Lehrern ist eher freundschaftlich und man duzt die Lehrer. In Norwegen wird die Sie-Form nur im K\u00f6nigshaus angewendet. Jeder Sch\u00fcler hat seinen eigenen Laptop, mit dem viel gearbeitet wird, und B\u00fccher werden von der Schule gratis zur Verf\u00fcgung gestellt. Es werden keine klassischen Hausaufgaben aufgegeben, wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern wenn etwas aufgegeben wird, dann wird sehr viel mit Aufs\u00e4tzen gearbeitet, die die Sch\u00fcler auf den Laptops schreiben. Noten werden von 1-6 vergeben, wobei 1 die schlechteste und 6 die beste Note ist.<\/p>\n<p>Vor allem am Schulsystem merkt man, was f\u00fcr ein reiches Land Norwegen doch ist. Vieles hier ist um einiges moderner als in Deutschland. Es gibt Laptops und Wi-Fi in der Schule, man kann ALLES mit Karte zahlen, freies Wi-Fi steht fast \u00fcberall zur Verf\u00fcgung. Der Lebensstandard ist um einiges h\u00f6her als in Deutschland, was aber leider auch dazu f\u00fchrt, dass Norwegen extrem teuer ist.<\/p>\n<p>Als ich hergekommen bin, konnte ich genau ein Wort Norwegisch und das war \u201ehei\u201c. Deswegen war der Anfang nicht ganz einfach. Zwar sprechen die Norweger alle super Englisch, allerdings habe ich nichts verstanden, wenn sich Leute unterhalten haben. In der Schule musste auch immer alles f\u00fcr mich \u00fcbersetzt werden. Mittlerweile spreche ich aber seit Februar nur noch Norwegisch, verstehe alles und schreibe ebenfalls alles auf Norwegisch. Darauf kann man am Ende doch immer stolz sein.<\/p>\n<p>Die Norweger sind unglaublich liebe und herzliche Leute, allerdings auch sehr sch\u00fcchtern. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass es am Anfang f\u00fcr mich unglaublich schwer war, Freunde zu finden. Ich war eine sehr sch\u00fcchterne Person und wurde pl\u00f6tzlich damit konfrontiert, dass ich auf Leute zugehen muss, wenn ich Freunde finden m\u00f6chte. Aber auch daran bin ich gewachsen und wenn man erstmal mit jemandem in Kontakt getreten ist, dann hat man echte Freunde f\u00fcrs Leben gewonnen. Mittlerweile habe ich die besten Norwegischen Freunde, die man sich nur w\u00fcnschen kann.<\/p>\n<p>Das Jahr ging so schnell um und ich kann gar nicht glauben, dass ich in 2-3 Wochen schon wieder nach Deutschland zur\u00fcckfliege. Ich freue mich nat\u00fcrlich darauf, alle in Deutschland wieder zu sehen, aber ich werde Norwegen, mein Leben hier und all die tollen Menschen, die ich hier kennengelernt habe, unglaublich vermissen.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich sagen, dass ich wirklich jedem ans Herz legen kann ein Auslandsjahr zu machen, wenn man die M\u00f6glichkeiten dazu hat. Es ist definitiv nicht immer einfach, vor allem nicht am Anfang, wenn man so eine sch\u00fcchterne Person ist wie ich es war. Es gibt selbst bei den besten Auslandsjahren immer Hoch- und Tiefphasen. Das ist normal und geh\u00f6rt dazu, aber genau an solchen Sachen w\u00e4chst man ungemein. So etwas sollte definitiv kein Grund sein, auf so ein Jahr zu verzichten. Die Erfahrungen, die man in einem Auslandsjahr macht, sind es einfach wert. Man lernt eine neue Sprache kennen oder lernt, eine Fremdsprache besser zu sprechen. Man lernt neue Menschen und eine fremde Kultur kennen und findet neue Freunde und eine Familie in einem anderen Land. Man lernt einfach Dinge, die man niemals lernen w\u00fcrde, wenn man zu Hause bleiben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Lieselotte Kehnscherper<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin Lieselotte und seit dem 12. 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