{"id":9372,"date":"2017-11-22T16:16:39","date_gmt":"2017-11-22T15:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de?p=9372"},"modified":"2017-11-23T18:49:04","modified_gmt":"2017-11-23T17:49:04","slug":"rasendes-publikum-bei-schakespeare-und-spottiswoode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gymnasium-gag.de\/?p=9372","title":{"rendered":"Rasendes Publikum bei Shakespeare und Spottiswoode"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn sie in die Schule gehen, erwarten sie Unterricht. Wenn sie ins Theater gehen, Theater. Bei mir gibt es weder das eine noch das andere\u201c, erkl\u00e4rte er seinen Ansatz. Junge Menschen f\u00fcr Shakespeare zu begeistern, das ist seine Mission, die Patrick Spottiswoode, Schauspieler und Direktor des Londoner &#8222;Globe Theatre&#8220; in ganz Deutschland und auch im Forum der Graf-Anton-G\u00fcnther Schule verfolgt.<\/p>\n<p>Was m\u00fcssen wir wissen, um William Shakespeare (1564-1616), seine Zeit und seine Dramen zu verstehen? Wie wirkt es sich aus, wenn man bei Tageslicht spielt oder wenn es auf der B\u00fchne keine Frauen geben darf? Patrick Spottiswoode dozierte nicht, er w\u00e4hlte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem Publikum und zeigte, wie die Verwirrung im Theater immer dann komplett war, wenn M\u00e4nner Frauen spielten, die sich als M\u00e4nner verkleidet hatten. Wen k\u00fcsste Romeo, wenn er seine Julia anhimmelte, die von einem Knaben gespielt wurde?<\/p>\n<p>Unglaublich, wie der ganz normal gekleidete Schauspieler die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Oberstufe in seinen Bann zu ziehen wusste: nur mit seiner Stimme und einer geschult ausdrucksstarken Gestik und Mimik stellte er verschiedene St\u00fccke vor und brachte den Sch\u00fclern bei, einzelne S\u00e4tze Shakespeares mit ihm im Chor zu sprechen. Spottiswoode erkl\u00e4rte, wie sich die englische Sprache durch die Kom\u00f6dien und Trag\u00f6dien des Dichters ver\u00e4ndert hat \u2013 von nur 10000 W\u00f6rtern in der englischen Bibel und 17000 W\u00f6rtern bei Shakespeare wusste er ebenso zu berichten (\u201eShakespeare knew more words than God!\u201c) wie vom Hang des Schriftstellers, seine Geschichten bei anderen abzuschreiben. Der Brite verspr\u00fchte viel Energie, sprach sein Publikum h\u00e4ufig direkt an und gl\u00e4nzte in schauspielerischer Manier mit einzigartiger Gestik und Mimik. Er erkl\u00e4rte den Unterschied zwischen dem Theater vor 400 Jahren und dem Theater von heute, wie das Leben als Schauspieler war und welche Funktion das Publikum hatte, dass fr\u00fcher alle Darsteller m\u00e4nnlich und nicht hoch angesehen gewesen seien. Nicht zuletzt der Aufbau des Zuschauerraums war zu Shakespeares Zeiten anders als heute. Die Zuschauer blickten von einem ovalen Halbkreis auf die B\u00fchne, sodass sie von rechts, links und von vorne das Geschehen bestaunen konnten.<\/p>\n<p>\u201eI\u2019m a very nice person. Boring, but nice.\u201c, lautete der bescheidene Kommentar von Schauspieler Patrick Spottiswoode auf die Frage, was es zu seiner Person zu sagen gebe. Doch alles andere als langweilig und weit mehr als nur nett pr\u00e4sentierte er sich inn der GAG und weckte die Lust auf Shakespeare. Der englische Entertainer kommt regelm\u00e4\u00dfig mit Vortr\u00e4gen an deutsche Schulen und gastierte am Montag auf Einladung der Fachgruppe Englisch in der Graf-Anton-G\u00fcnther Schule in Oldenburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>-Text: R\u00fcdiger P\u00f6tzsch, Fotos: Bjarne Bambynek, R\u00fcdiger P\u00f6tzsch und Markus Knak<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn sie in die Schule gehen, erwarten sie Unterricht. Wenn sie ins Theater gehen, Theater. 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