
Fabian (Jg. 10) in Desenzano, Italien (Schuljahr 2022/23)
Come è iniziato tutto…
Drei Monate in einem fremden Land, mit fremden Menschen und in einer fremden Familie – für manche mag sich das nach einer langen schwierigen Zeit anhören, tatsächlich geht die Zeit schneller vorbei und anfängliche Schwierigkeiten verflüchtigen sich schneller, als man denkt.
Diese Erfahrung habe ich gemacht, als ich mit ERASMUS+ unsere Partnerschule, das Liceo Bagatta in Desenzano del Garda (Italien), besuchen durfte.
Es waren drei aufregende Monate für mich:
Mein Austausch startete mit einer einwöchigen Kursfahrt meiner Italienischklasse. In dieser Zeit wohnte ich bei der Familie eines Schülers aus dem Liceo Bagatta, der in der Schule auch deutsch lernt. Wir verständigten uns in italienischer, deutscher oder englischer Sprache oder mit Händen und Füßen. Wir unternahmen viel gemeinsam mit den anderen deutschen und italienischen Schülern, erkundeten die Umgebung, spielten Fußball, aßen Pizza, lernten uns kennen und freundeten uns schnell an.
Diese Woche verging wie im Flug und plötzlich hieß es für mich schon wieder Abschied nehmen. Meine Italienischklasse fuhr nach Deutschland zurück. Ich wechselte die Gastfamilie und Schulklasse und für mich begann der ERASMUS+ Austausch am Liceo Bagatta.
Ciao familia! Ciao amici! Ciao scoula! Ciao vita italiana!
Meine italienische Gastfamilie nahm mich sofort herzlich auf und ich fühlte mich vom ersten Tag an wohl. Alle haben mich jederzeit unterstützt und es ist meine zweite Familie geworden, dafür bin ich sehr dankbar. Zu meiner Familie gehörten meine Gasteltern, mein Gastbruder und seine Schwester, ein Hund und eine Katze.
Sich an den Rhythmus einer anderen Familie zu gewöhnen war anfangs ungewohnt, doch nach ein paar Wochen spürte ich keinen Unterschied mehr. Wir kochten abends gemeinsam das Essen, gingen zusammen joggen oder machten manchmal Ausflüge in die Umgebung. Mit meinem Gastbruder und seinen Freunden trafen wir uns regelmäßig am Wochenende zum Pizza essen oder gingen ins Kino. Besonders schön war auch die Geburtstagsfeier von meinem Gastbruder und die Jahresabschlussparty im Club mit allen Schülern des Liceo Bagatta.
Zusammen mit meinen italienischen Geschwistern besuchte ich das Liceo Bagatta in verschiedenen Klassen. Der Unterricht findet in Italien an sechs Wochentagen, montags bis samstags, statt und es gibt keine Herbstferien. In meiner Klasse kannte ich anfangs keine(n) der 20 Schüler/innen. Aber spätestens als mein italienisch besser wurde, war ich in „meiner Klasse“ angekommen, wir lachten gemeinsam, lernten gemeinsam, hatten Spaß und unternahmen Dinge. Die italienischen Schüler/innen haben mich mit offenen Armen aufgenommen und sehr viele sind meine Freunde geworden.
Dem Unterricht in einer fremden Sprache zu folgen, war in den ersten Wochen ein bisschen schwierig. Nach relativ kurzer Zeit verstand ich aber schon sehr viel und auch mein italienisch verbesserte sich schnell, da ich versuchte, so wenig englisch und so viel italienisch wie möglich zu sprechen. Zusätzlich durfte ich auch noch einen weiteren Italienischkurs an der Schule besuchen. Sogar an einem Werbevideo für die Renovierung des Liceo Bagatta durfte ich mitwirken.
In der Schule hatte ich die gleichen Fächer wie in Deutschland. In Mathematik und Physik war meine italienische Klasse aber im Unterrichtsstoff viel weiter als wir in Deutschland, so dass es ziemlich herausfordernd war, dem Unterricht in italienisch zu folgen.
In allen Unterrichtsfächern habe ich an Klassenarbeiten, mündlichen Abfragen (interogationi) und Tests teilgenommen und wurde von den Lehrern auch benotet. Die Lehrer haben mich aber dabei immer so gut wie möglich unterstützt, dafür bin ich sehr dankbar.
Arrividerci? Speriamo che sia presto!
Alles in allem habe ich sehr viel über den Alltag, die italienische Kultur, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Italien und Deutschland gelernt. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, Italien aus einer anderen Sicht als der „normale“ Urlauber kennenzulernen. Insgesamt hatte ich eine sehr schöne Zeit mit vielen neuen Erfahrungen und vielen neuen Freundschaften und ich freue mich schon sehr auf den Gegenbesuch von meinem italienischen Bruder bei mir in Deutschland in diesem Jahr!






